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Tumoren, Kopf-Hals-Tumoren
vom 10.-11. Dezember 2020 in Potsdam
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Informationsschreiben der Leitkommission und des Vorstandes der OSHO zur COVID-19-Pandemie – DAS EINE TUN und DAS ANDERE NICHTLASSEN

 

Leipzig, den 9. April 2020

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, liebe OSHO Mitglieder!

Die Behandlung von Tumorpatienten ist auch und insbesondere in Zeiten von Covid-19 für die Betroffenen lebenswichtig. Eine Unterbrechung, Verschiebung oder gar Aussetzung von Diagnose- und Therapieverfahren kann und wird zu lebensbedrohlichen Situationen für die betroffenen Patienten führen.

Daher ist es unerlässlich, dass diese auch und gerade in der aktuellen Situation durchgeführt werden.

Daher begrüßt die OSHO die von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG), die Deutsche Krebshilfe (DKH) und das Deutsche Krebsforschungszentrum am 25.03.2020 veröffentlichte Pressemitteilung „Trotz Corona-Krise: Versorgung von Krebspatienten sicherstellen“ (https://www.krebsgesellschaft.de/deutsche- krebsgesellschaft/presse.html) und möchte die doppelte Gefährdung von Krebspatienten unterstreichen. Zum einen ist das Risiko schwerer Verläufe einer Infektion (dies gilt wahrscheinlich auch für COVID19) bei Krebspatienten deutlich höher als für Gesunde. Zum anderen bestehen die bekannten Risiken der Tumorerkrankung selbst, die im schlimmsten Fall durch eine veränderte Versorgungssituation weiter steigen können.

Die OSHO engagiert sich seit Jahren für eine Optimierung der Krebsversorgung auf Basis von klinischen Studien, evidenzbasierter Medizin, Interdisziplinarität und konsequenten Qualitätsstandards. Das dies auch während der COVID-19- Pandemie so bleibt und nicht bei einzelnen Patientinnen und Patienten diagnostische Maßnahmen oder Therapien „angepasst“ oder sogar verschoben werden, müssen enorme Anstrengungen von allen Akteuren unternommen werden, um innovative Lösungen zu finden.

Die OSHO plant mit dem Projekt „Auswirkung der Pandemie auf die Krebsversorgung“ sowohl die Infektion bei Tumorpatienten als auch die Auswirkung der Pandemie auf die Krebsversorgung und das Outcome der Patienten zu analysieren.

Für laufende Studienaktivitäten empfiehlt die OSHO folgendes Vorgehen:
Zur Verringerung der COVID-19-Gefährdung für Patienten*innen ist eine sorgfältige Nutzen-Risiko Analyse durchzuführen. Jede laufende Studie muss durch den PI entsprechend bewertet werden. Handlungsempfehlung für AMG- und MPG-Studien bei Tumorpatienten sind folgende: Aktivitäten in nicht- interventionellen Studien sollen verringert /gestoppt werden, es sei denn, es handelt sich hier um neuartige Methoden der Tumorcharakterisierung, die für den Patienten selbst eine direkte Therapierelevanz haben kann.

Patienten, die in Therapiestudien behandelt werden, sollten die Studienbehandlung auch weiterhin erhalten, es sei denn die Behandlung ist im Vergleich zur indizierten Standardtherapie mit einer erhöhten Infektionsgefahr verbunden. Neue Patienten sollten nur in Studien rekrutiert werden, wenn dies einen klaren Benefit für die Patienten bedeutet.
In Einzelfällen kann es zulässig sein, neue Studien zu initiieren, wenn dadurch ein deutlicher Nutzen für den Patienten zu erwarten ist. Die Dokumentation und Meldung sicherheitsrelevanter Ereignisse muss sichergestellt bleiben. Andere Aktivitäten wie Follow-Up müssen auf ein Minimum reduziert und nach Möglichkeit telefonisch durchgeführt bzw. verschoben werden. Eventuell entstehende Prüfplanabweichungen sind im Sinne der allgemeinen Patientensicherheit in Kauf zu nehmen, müssen aber an den Sponsor und die zuständigen Behörden und Ethikkommission gemeldet und in Form einer note to file dokumentiert werden.

Nutzen-Risiko Analysen und rationale Argumentationen anstatt purer Aktionismus sind heute mehr denn je im Sinne unsere Patienten, gefordert. DAS EINE TUN und DAS ANDERE NICHTLASSEN kann durchaus ein guter Ansatz sein.

Bleiben Sie gesund und wenn möglich gelassen, Ihnen allen ruhige Ostertage.

Mit freundlichen Grüßen

PD Dr. med. H. K. Al-Ali
Leitkommission

PD Dr. med. H. G. Sayer
Vorsitzender